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BUCHTIPP
Helene Bukowski - Milchzähne-
Roman
Buchtipp von Roswitha Sachse
Geschrieben am 12.06.2019
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Der jungen Autorin Helene Bukowski, Jahrgang 1993, gelingt mit ihrem Debütroman ein beklemmender Blick in die Natur des Menschen. Angst ums eigene Wohlergehen in einer begrenzten Welt mit endlichen Ressourcen ebenso wie Verteidigung der Heimat und Abwehr von Fremden gipfeln in einen Aberglauben, der durch mangelnde Bildung und fehlenden Austausch mit anderen Menschen und Kulturen hervorgekrochen kommt. „Uns geht es doch gut“ ist das Credo einer nicht klar umrissenen Gemeinschaft, die täglich ums Überleben auf dem kargen Land schuftet und keine Veränderung zulässt.  Die Figuren scheinen unendlich fern und sind doch so nah. Angesichts heutiger Fremdenfeindlichkeit in Regionen, in denen es diese kaum gibt, bohrt Helene Bukowski ihren Pfeil treffsicher in die Wunde.

Man kann in vielen Formen über den beängstigenden Wunsch allerorts nach Abschottung und Ausgrenzung schreiben. In Helene Bukowskis Roman spricht man darüber mit einer Selbstverständlichkeit, die erschreckt. Die Botschaft dahinter kommt dadurch indes noch klarer hervor. Nicht zuletzt auch Dank der Menschlichkeit einiger weniger Couragierten.

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