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Rhiannon Navin: Alles still auf einmal
Buchtipp von Nadja Schettler
Geschrieben am 13.09.2019
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Zachary ist sechs Jahre alt und besucht die Grundschule. An einem Tag jedoch wird der Unterricht gestört und die Klasse findet sich in einem Wandschrank wieder - denn auf den Schulfluren ist ein Attentäter unterwegs. Als die Kinder den Schrank verlassen können, hat sich ihre ganz Welt verändert.

 

Zachs´ älterer Bruder Andy ist erschossen worden und seine Familie ist wie gelähmt. Doch als der Schock dem Begreifen weicht, verwandelt sich die Trauer seiner Mutter in Wut:

Wut auf den Täter und dessen Familie. Sie schließt sich mit anderen Angehörigen weiterer Opfer zusammen und möchte Vergeltung für ihren getöteten Sohn. Sein Vater dagegen ist von der ganzen Situation überfordert; seine eigenen Geheimnisse kommen ans Licht und er zieht aus.

 

Nun ist Zach allein mit seinen Fragen:

Wo ist Andy jetzt? 

Darf man die Wahrheit über einen Verstorbenen sagen, auch , wenn sie nicht nett ist?

 

Die Geschichte von Zach und seiner Familie, ihrem Verlust und ihrem Kampf, trotz dessen weiter zu leben, ist eine emotionale Achterbahnfahrt für den Leser. Auf der einen Seite ein kleiner Junge, der rührend naiv und vertrauensvoll in die Welt schaut und zu den Erwachsenen auf - denn sie müssen ja wissen, was richtig ist. Doch mehr und mehr gerät diese Gewissheit ins Wanken und Zach entscheidet sich mutig dafür, nach seinen eigene Wahrheit zu handeln, auch wenn sie mit der der Erwachsenen nicht immer konform geht.

 

Auf der anderen Seite zwei Elterteile, entzweit und verzweifelt angseichts dessen, was sie verloren haben. Nicht nur den Sohn, sondern auch den Glauben an sich und den jeweils anderen. Wut und absolute Hilflosigkeit wechseln sich ab.

 

Doch am Ende finden die Wege aller Beteiligten langsam wieder zueinander und es keimt ein winziger Funke Hoffnung auf, dass, auch wenn alles nie wieder wie vorher wird, doch zumindest weitergeht. 

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