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Wiebke Wimmer - Kill your Beast
Buchtipp von Nadja Schettler
Geschrieben am 28.04.2026
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Es gibt eine gewissen Gattung von Büchern, die partout nicht brav im Regal stehen bleiben möchte, sondern fröhlich in der freien Wildbahn umher springt und sich so sehr im Kopf des Lesers breit macht, dass der eigentlich nichts weiter machen kann, als jedem armen Mitbürger dem er begegnet ein "Das musst Du unbedingt lesen!" entgegen zu schmettern.

 

"Kill your Beast" von Wiebke Wimmer gehört eindeutig dazu. Dehalb hier ein Lesetipp von ganzem Herzen und absoluter Notwendigkeit, denn sonst bleibt es beim Daueraufenthalt im Kopf. Was sehr schade wäre und allgemein nicht wirklich akzeptabel für einen Titel, der Jugendliche und Erwachsene in gleichem Maß anspricht und soviel Lesespaß mit sich bringt. 

 

Wobei zum Lesen ein gewisses Maß an Musikbegeisterung empfohlen wird, denn sonst funkt es nicht richtig. Wer allerdings ein gutes Verhältnis zur Musik hat, ein wenig Rock-Affinität besitzt und den Glauben an das Gute in einem Teenager noch nicht ganz aufgegeben hat, wird hier ungemein gut unterhalten.

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Monas Geschichte fußt auf ihrem extremen Sinn für Rythmus, der sie unheimlich nervt, dem sie aber nicht entkommen kann. Und der vererbt ist, wie sich durch Zufall heraus stellt - denn sie ist die Tochter von Britta Hannak, der Schlagzeuglegende schlechthin. Die Entdeckung macht Mona allerdings sehr  zu schaffen und stellt sie vor einige Probleme: Erstens ist ihre Mutter nicht mehr am Leben und zweitens scheint die Liebe zur Musik nicht ganz unwesentlich zu dieser Tatsache beigetragen zu haben. Das führt zu drittens, der Abneigung ihres Vaters gegen Musik jeglicher Art. Wenn herauskommt, dass sie inzwischen auch mit dem Schlagzeug spielen angefangen hat, brennt im wahrsten Sinne des Wortes die Hütte. Als ein weiterer Zufall Mona nach Hamburg auf die Spuren ihrer Mutter schickt und sie plötzlich mit deren ehemaliger Band in einem Proberaum steht, wird das Ganze noch verrückter - aber auch gefährlich. Jetzt helfen nur noch gute Freunde und das Vertrauen darauf, dass der Groove sie in die richtige Richtung führen wird.

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Man muss kein Teenager (mehr) sein, um sich hier ein paar Stunden lesetechnisch und musikalisch bestens unterhalten zu lassen. Die Beziehung der Autorin zur Musik ist allgegenwärtig und wenn auch der ein oder andere Fachbegriff dem nicht selbst musizierenden Leser erst mal spansich vorkommt - den Spaß trübt es keineswegs!

 

Im Laufe des Buches erscheint mit Sicherheit das ein oder andere Bandposter zu Jugendzeiten wieder im Hinterkopf und die Erinnerung an erlebte Konzerte lässt einen fix zum Kleiderschrank eilen und schauen, ob denn noch das alte T-Shirt von der Lieblingsband irgendwo liebevoll zusammen gefaltet in der Ecke liegt..

 

Für jüngere Leser dürfte wahrscheinlich Monas große Klappe und die "Nein, Du weißt auch nicht alles besser, nur weil Du erwachsen bist""- Einstellung ein guter Identifikationsgrund sein.

 

Das Tempo der Geschichte ist mitreißend und die schlußendliche Entscheidung, sich selbst treu zu bleiben, ist beleibe keine neue. Aber die Art und Weise, wie sie erzählt wird, bleibt defintiv lange im Kopf und im Herz.

 

Der Nachfolgeband "Rock your Beast" bietet nicht nur beste Festival-Stimmung für den kommenden Lesesommer, sondern auch wieder einige sehr grundliegende Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass Rockstars nicht nur Menschen sind, die auch manchmal durchbrennen.

Und dass manchmal ein einziger Mensch reicht, der an einen glaubt, damit der Tag nicht ganz daneben ist. Zudem gibt es im Anhang jede Menge Bandempfehlungen zum Reinhören und Schmökern. 

 

Das einzige Manko an der Sache ist, dass es noch keinen Veröffentlichungstermin für den abschließenden Band gibt und der Gedanke an einen möglichen Abschied von Mona und ihrer Crew das Leserherz ausgesprochen schwer macht.

UNSERE BEWERTUNG